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La Paz |
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Reiseberichte aus dem Sanella-Album Mittel- und Südamerika |
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Amerikaner und ein paar hundert Indios wohnen, die das Kupfer abbauen. Ganze Höhenzüge bestehen hier aus kupferhaltigem Erz. Wir kamen gerade zu einer gewaltigen Sprengung zurecht, mit der Gesteinsmassen gelöst wurden. An den Berghängen sind große Terrassen eingesprengt. Elektrische Großbagger fressen sich in den Hang und verladen das erzhaltige Gestein in Waggons, in denen es zur Aufbereitung gefahren wird. Staub, Hitze und Einöde hatten uns ganz krank gemacht. Welch ein Anblick, als wir beim Hafen Antofagasta endlich die weißen Schaumkämme des Meeres wiedersahen! Aber Regen oder Luftfeuchtigkeit gibt es auch hier nicht. - Lieber Jupp, jetzt muß ich meinen Bericht aus Chile endlich schließen und den dicken Brief zur Post geben. In einer Stunde fahren wir mit einem Omnibus los - Richtung Bolivien. |
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Hochgebirgsfahrt mit Ohrensausen und Nasenbluten La Paz, Bolivien, 3700 Meter hoch. - Lieber Jupp, ich kriege keinen ordentlichen Brief zustande. Dauernd muß ich gähnen, mein Puls jagt, und der Kopf tut weh. Ich kann auch gar keinen rechten Gedanken fassen. Es ging schon unterwegs los, als wir erst mit dem Auto, dann mit der Bahn, ins bolivianische Hochland fuhren. In endlosen Windungen keuchte der Zug bergauf. Ab und zu eine Station - eine kleine Bude aus Holz und Wellblech. Und weiter! geht es, immer höher hinauf. "Die Zugspitze läge jetzt schon unter uns", sagt Fernandez. Lange waren tief unter uns noch das blaue Meer und der silberweiße Brandungsstreifen zu erkennen. Der Zug klettert weiter. In den Schläfen beginnt es zu klopfen. Wir sind die Höhe noch nicht gewöhnt. |
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Die meisten Fahrgäste im Zug nicken ein. Ich bekomme plötzlich heftiges Nasenbluten und Ohrensausen. Und immer steiler geht es hinauf, durch wildes Gestein, an düsteren Schluchten vorbei. Der Fels leuchtet rötlich gegen den dunkelblauen Himmel. Endlich haben wir die Hochfläche erreicht - weithin ist nichts als gelbliches Gras zu sehen. Dort drüben eine Indianerhütte. Der Zug hält wieder. Neben dem kümmerlichen Stationsgebäude hocken Indianerweiber, eine ganze Reihe, und bieten uns Eier und gebratene Hühner zum Kauf an. Dann keucht der Zug weiter auf La Paz, die bolivianische Hauptstadt, zu. |
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